Thriller »Der letzte Mieter« von Gregor Erler erhält den Hauptpreis LÜDIA beim 30. Kinofest Lünen, dotiert mit 10.000 Euro

11 Filmpreise mit Preisgeldern in Höhe von rund 30.000 Euro
Kinderfilmpreis RAKETE erhält »Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten«
Lüner Schauspielpreis für Saskia Rosendahl in »Mein Ende, dein Anfang«
HWG Drehbuchpreis für Michael Fetter Nathansky und »Sag du es mir«
10.000 Besucher*innen bei der Jubiläumsausgabe

Heute Abend werden bei der feierlichen Preisverleihung des 30. Kinofestes Lünen im Heinz-Hilpert Theater 11 Filmpreise im Wert von rund 30.000 Euro vergeben. Der mit 10.000 Euro dotierte Publikumspreis LÜDIA geht an den Thriller»Der letzte Mieter« von Gregor Erler. Erlers Film ist ein spannendes Statement zur Gentrifizierung unserer Metropolen: Das letzte unsanierte Haus in einer schicken Berliner Wohngegend wird geräumt. Ein Mieter weigert sich, aus der Wohnung, in der er seit 40 Jahren lebt, auszuziehen. Sein Sohn versucht, ihn zu überzeugen, doch die Situation eskaliert. Georg Erler nimmt die LÜDIA am Abend persönlich entgegen.

Der Kinderfilmpreis RAKETE, dotiert mit 3.000 Euro, geht an »Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten«von Martin Tischner. Die Geschichte des neugierigen Tobi und einer geheimnisvollen Flaschenpost hat die Herzen des jungen Publikums erobert.

Die mit je 1.600 Euro dotierten Publikumspreise in den Kurzfilmwettbewerben »Erste Hilfe« und »Erster Gang« erhielten Benjamin Krammefür seinen Film »Alternativen«und Suli Kurbanfür ihren Film »Hayat – Leben«über eine junge Frau, die ihre Sozialstunden in einem Box-Club ableistet. »Alternativen«ist ein hochaktueller Beitrag über politische Standpunkte, die Familien ebenso wie Gesellschaften spalten können.

Ausgezeichnet werden im weiteren:
Saskia Rosendahlfür »Mein Ende dein Anfang« (Lüner Schauspielpreis) //
Michael Fetter Nathansky
für »Sag du es mir« (HWG Drehbuchpreis) //
Kitty Kratschke für das Maskenbild in »Systemsprenger« (Perle – Preis für Frauen in der Filmbranche) //
Mala Reinhardt für »Der zweite Anschlag« //RuhrPott Dokumentarfilmpreis der Ruhrnachrichten-Leserjuy
Markus Dietrich
für »Invisible Sue« (Schülerfilmpreis 10+) //
Carlos A. Morelli für »Der Geburtstag« (Schülerfilmpreis 16+) //
Nora Fingscheidtfür »Systemsprenger« (Insassenpreis der JVA Werl) //

Eine ungewöhnliche Filmvorführung fand zum vierten Mal im Vorfeld des Kinofestes statt. In Zusammenarbeit mit dem Projekt Kultur@Gefängnis hatte die Insassenvertretung der JVA Werl als Jury zum zweiten Mal selbst einen Film aus dem Kinofest-Programm ausgewählt. Sie verliehen dem Sozialdrama »Systemsprenger«von Nora Fingscheidt den »Insassenpreis der JVA Werl«.

Resümee

Die Preisverleihung im traditionsreichen Heinz-Hilpert-Theater setzt den krönenden Abschluss einer erfolgreichen Kinofest-Ausgabe. Die breite programmatische Auswahl des Festivals 2019, die innovative, junge Spielfilme neben ebenso gesellschaftskritischen wie unterhaltsamen Dokumentarfilmen zeigte und gefeierte Kinoerfolge und hochpolitische Beiträge präsentierte, wurde vom Publikum mit vollen Sälen belohnt. Mit 10.000 Zuschauer*innen konnte das Festival erneut seine Besuchszahlen steigern. Allein im Schulfilmprogramm konnte eine Steigerung von 20% erzielt werden.

Kinofest-Leiter Michael Wiedemann und sein stellvertretender Leiter Sven Ilgner bedanken sich beim Publikum, allen Förderern, Sponsoren und Unterstützern sowie dem Team und freuen sich auf die Festivalausgabe Nr. 31 im November 2020.

Die Preise im Überblick:

Publikumspreise

  • LÜDIA (10.000 Euro): »Der letzte Mieter«(Regie: Gregor Erler)
    Der Preis wird gestiftet von: Familie Höwing, Remondis AG & Co.KG, Stadtwerke Lünen.
  • Rakete (3.000 Euro): »Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten« (Regie: Martin Tischner)
    Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert, gestiftet von Lüner Familien.
  • Erste Hilfe (1.600 Euro): »Alternativen« (Regie: Benjamin Kramme)
    Der Preis wird gestiftet von den Apotheken Brüning in Selm und Lünen
  • Erster Gang (1.600 Euro): »Hayat – Leben« (Regie: Suli Kurban)
    Der Preis wird von Lüner Gastronomen gestiftet.

Jurypreise

  • Lüner Schauspielpreis (2.500 Euro): »Mein Ende dein Anfang«
    (Darstellerin: Saskia Rosendahl)
  • HWG Drehbuchpreis (2.500 Euro): »Sag du es mir« (Drehbuch: Michael Fetter Nathansky)
  • Perle – Preis für Frauen in der Filmbranche (2.250 Euro): »Systemsprenger«
    (Maskenbild: Kitty Kratschke)
  • RuhrPott Dokumentarfilmpreis der Ruhrnachrichten-Leserjuy (1.500 Euro):
    »Der zweite Anschlag« (Regie: Mala Reinhardt)
  • Schülerfilmpreis 10+ (2.500 Euro): »Invisible Sue« (Regie: Markus Dietrich)
  • Schülerfilmpreis 16+ (2.500 Euro): »Der Geburtstag« (Regie: Carlos Morelli)
  • Insassenpreis der JVA Werl: »Systemsprenger« (Regie: Nora Fingscheidt)


Die Jurypreise mit Begründungen

Lüner Schauspielpreis // »Mein Ende dein Anfang«, Darstellerin: Saskia Rosendahl
In der Auswahl standen die Filme des LÜDIA-Wettbewerbs. Die Jury war mit den Schauspieler*innen Dietrich Hollinderbäumer, Waldemar Kobus und Anke Sevenich besetzt. In ihrer Jurybegründung heißt es:
„Wir erleben eine Darstellung von großer schauspielerischer Spannweite, die von verliebter Lebensfreude über robuste Selbstironie bis hin zu tiefer Trauer reicht. Das Tolle an Saskia Rosendahls Spiel ist, dass man trotz all den Auf und Abs keinerlei Anstrengung spürt.“
Der Preis ist mit 2.500 Eurodotiert und gestiftet von microca Kohlenstäube.

Hans W. Geißendörfer Drehbuchpreis // »Sag du es mir«, Drehbuch: Michael Fetter Nathansky
Die Jury war mit den Drehbuchautorinnen Corinne Le Hongund  Karin Kaçi und dem Filmkritiker Rainer Gansera besetzt.
Jurybegründung: „Ein herrlich versponnenes Geflecht aus Storylinien bietet uns Drehbuchautor und Regisseur Michael Fetter Nathansky in seinem Spielfilmdebüt. Drei Personen, drei Perspektiven auf das rätselhafte Geschehen. Dreimal Wahrheit und Lüge, die Story als faszinierendes Vexierbild, das immer neue verblüffende Gesichter zeigt. Der Titel bezieht sich nicht nur auf die Story, sondern auch auf die Suche der Figuren nach sich selbst. Die brillanten Dialoge begeistern mit offenherzigem Humor und scheinbar unfreiwilliger Poesie.“
Der Preis ist mit 2.500 Eurodotiert. In der Auswahl waren die Spielfilme im LÜDIA-Wettbewerb.

Perle – Preis für Frauen in der Filmbranche // »Systemsprenger«, Maskenbild: Kitty Kratschke
In der Jury waren die Unternehmerinnen José Flume, Nina Horstmann, Stephanie Just, Dr. Carola Reiners, Madeleine Zippro. In ihrer Jurybegründung heißt es:

„…Dass es durch die Kunstfertigkeit eines Gewerks gelingen kann, dem Zuschauer das ganze traurige, trostlose, hoffnungsvolle, fröhliche, erschütternde, Liebe suchende, kindliche und zerstörerische Leben eines kleinen Mädchens eindringlich und gnadenlos vor Augen zu führen, hat uns tief berührt. Es erfordert enormen Mut und Einfühlsamkeit, ein Kind in dieser speziellen Art und Weise durch die Maskenbildung der Phantasie des Zuschauers preiszugeben. Kitty Kratschke hat für die Maske in Systemsprenger unseren Respekt und als Auszeichnung für ihre Leistung „DIE PERLEmehr als verdient.“
Der Preis ist mit 2.250 Euro dotiert und wird von Lüner Unternehmerinnen gestiftet.

RuhrPott_Leser*innen-Preis // »Der zweite Anschlag«, Regie: Mala Reinhardt
Der mit 1.500 Euro dotierte RuhrPott, der Preis der Ruhr Nachrichten, wird von den Leser*innen Barbara Günnewig, Jens Hendrik Heuser, Silke Lenkeit, Bernhard Neumann als Dokumentarfilmpreis vergeben. Sie zeichnen »Der zweite Anschlag« von Mala Reinhardt aus, weil
„er mit minimalistischen, aber präzisen filmischen Mitteln die Opfer rechten Terrors in das Zentrum rückt und ihnen so eine Stimme gibt, die ansonsten im medialen und öffentlichen Echo untergeht. Durch Fokussierung der Kamera auf die Akteure in den Sequenzen, in denen diese zu Sprache kommen, wird der Zuschauer direkt mit deren Schicksalen konfrontiert und zur Selbstreflexion bewegt. Ein in unserer heutiger Zeit extrem wichtiger Beitrag, der unbedingt angesehen werden sollte.“

Schülerfilmpreis 10+ // »Invisible Sue« (Regie: Markus Dietrich)
Hanna Becker, Clemens Fischer, Marie Ortmann, Linus Richter, Jonas Rother, Ulyana Schnell, die Mitglieder der Schülerjury 10+, zeichnen den Film »Invisible Sue« von Markus Dietrich aus,
„…weil wir den Film spannend und gut dargestellt und super geschauspielert finden. Die Musik wurde auch passend dazu ausgewählt. Das Setdesign hat uns ebenfalls überzeugt. Der Film handelt von Superhelden, Superkräften und Freundschaft. Er war sehr abwechslungsreich. Das war auch ein Grund, warum wir den Film ausgewählt haben. Es gab ein offenes Ende, deswegen hoffen wir auf einen zweiten Teil.“
Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert, gestiftet von Michael Makiolla, Landrat des Kreises Unna.

Schülerfilmpreis 16+ // »Der Geburtstag«, Regie: Carlos A. Morelli
Die Jurymitglieder Odai Alnassrallah, Henrike Fleischmann, Ruth Kirschbaum, Celina Krause, Máxima Najem, Nico Schindler begründen ihre Entscheidung für »Der Geburtstag« von Carlos A. Morelli wie folgt:
„Der Film erzählt von einem Vater, der in seiner Rolle versagt und überzeugt durch die gut durchdachte schwarz-weiß Visualisierung der Entwicklung der Figuren und durch das Spiel mit Genre, Raum und Zeit.“
Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert, gestiftet von Michael Makiolla, Landrat des Kreises Unna.

 

PRESSEFOTO 30. Kinofest Lünen – Gewinner Lüdia ‚Gregor Erler‘ – Der letzte Mieter