Wer soll meinen Film sehen?

Vermarktungs- und Verwertungsstrategien für deutsche Filme – im Alleingang oder mit Partnern
Der Branchen-DIALOG des 25. Kinofestes Lünen 2014, 12. November 2014

„Das Kino der Zukunft – wie sieht es aus?“ so war das Motto von sage und schreibe vier Branchen-Dialogen in den vergangenen 24 Kinofestjahren. Was damals noch nicht absehbar war, heute ist es Realität: Die Kinos können sich nicht retten vor einer großen Filmschwemme. Es gibt aber auch alles im Überfluss: Fast jedes Bundesland leistet sich eine Filmhochschule – NRW gleich zwei, die Fördermittel sprudeln regional und überregional und die neuen technischen Möglichkeiten erlauben jedem, als Filmemacher tätig zu werden.

Die Filmfestivals sind glücklich, denn sie können aus dem Vollen schöpfen. Die Regisseure und Produzenten pumpen ihre ganze Energie, ihren Elan und ihr Geld in die Produktion. Sie unterschreiben Förderverträge, die Ihnen Verleihverträge mit festgelegten Kopienmengen abverlangen. Die Euphorie bei der Premiere und auf den Festivals ist riesengroß und dann kommt das große Erwachen: Wie bringe ich meinen Film ans Publikum? Die entscheidende Frage, die man sich vielleicht besser schon vor Produktionsbeginn hätte stellen sollen.

1991 ging es nur um den Kino- und Videomarkt. Die digitale Welt mit YouTube, Netflix und zahlreichen weiteren Video-on-Demand-Portalen – alles noch in weiter Ferne. Heute stellt sich die Frage, ob man mit seinem Werk überhaupt noch ins Kino kommt bzw. wirklich reinkommen muss oder soll. Wenn schon Kino, wäre es dann nicht besser parallel zum Kino-Start auch andere Verwertungswege zu beschreiten – zum Schaden der Verleiher und Kinobetreiber oder gar mit deren Beteiligung als Überlebensstrategie für eine ganze Branche? Spielt der deutsche Film im Ausland nur eine kulturelle Rolle oder sind hier Erlöse zu erzielen?

Themen über Themen, die auf den zurückliegenden DIALOGEN immer wieder erörtert wurden und nun zum Jubiläum in Anbetracht der aktuellen Umbrüche erneut diskutiert werden sollen.

TeilnehmerInnen:

Die Filmemacher/-autoren/-produzenten Ali Samadi Ahadi, Jonas Grosch und Douglas Wolfsperger

Die Kinobetreiber Brigitte König (Kur Theater, Hennef) und Jens Schneiderheinze (Cinema, Münster)

Die Produzenten und Verleiher Hanns Eckelkamp, Hans W. Geissendörfer, Stefan Paul (Arsenal Filmverleih) und Helmut Weber (Tradewind Pictures)

Maren Niemeier und Hans Kohl vom Goethe – Institut München


Ort:
Veranstaltungszentrum der Sparkasse Lünen, Graf-Adolf-Straße 39, 44532 Lünen