„Somewhere in Tonga“ von Florian Schewe gewinnt Publikumspreis LÜDIA

Heute werden bei der feierlichen Preisverleihung des 28. Kinofestes Lünen 11 Filmpreise im Wert von 32.000 Euro vergeben. Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis LÜDIA, der durch Publikumsstimmen ermittelt wird, geht an den Spielfilm SOMEWHERE IN TONGA. Regisseur Florian Schewe wurde durch einen realen Fall zu seinem Debüt inspiriert: Den passionierten Sozialarbeiter Wolski hält nichts mehr in Deutschland. Auf einer unbewohnten Insel im Königreich Tonga beginnt er ein Projekt mit einem kriminellen Jugendlichen, der eine zweite Chance bekommt. Florian Schewe wird die LÜDIA am Abend persönlich entgegennehmen.

Der Kinderfilmpreis RAKETE, dotiert mit 3.000 Euro, geht an DAS DOPPELTE LOTTCHEN von Lancelot von Naso. Die Neuverfilmung von Erich Kästners Kinderbuchklassiker lag in der Gunst des jungen Publikums am Ende ganz vorn.

Die Publikumspreise in den Kurzfilmwettbewerben erhalten WATU WOTE – ALL OF US von Katja Benrath und FAMILIENZUWACHS von Teresa Hoerl.

Weitere Preise gehen an LOMO – THE LANGUAGE OF MANY OTHERS (Preis für die beste Filmmusik) // DIE KÖRPER DER ASTRONAUTEN (HGW Drehbuchpreis) // TIMM THALER – ODER DAS VERKAUFTE LACHEN (Schülerfilmpreis 10+) // SOMEWHERE IN TONGA (Schülerfilmpreis 16+) // MAGICAL MYSTERY (Perle – Preis für Frauen in der Filmbranche) // DAS LEBEN DANACH (RuhrPott) // ZWEI IM FALSCHEN FILM (Berndt-Media-Preis für den besten Filmtitel).

Die Preisverleihung im traditionsreichen Heinz-Hilpert-Theater setzt den krönenden Abschluss einer erfolgreichen Kinofest-Ausgabe, die 9.500 Besucher*innen in der Cineworld Lünen erreichte. Zum Abschluss steht der Spielfilm DER MANN AUS DEM EIS von Felix Randau auf dem Programm. Der historische Fund des Ötzi ist Ausgangspunkt dieses Dramas über einen vor über 5.000 Jahren in den Alpen lebenden Mann und seine Großfamilie. Hauptdarstellerin Susanne Wuest ist am Abend zu Gast.

Charly Hübner, der gleich zwei Filme in Lünen präsentierte, war in diesem Jahr Liebling der Lüner Kinofans. Doch neben den rund 60 aktuellen Spiel- und Dokumentarfilmen haben auch die Sonderveranstaltungen das Publikum begeistert. Bei der fulminanten Auftakt-Lesung wurde Armin Rohde im ausverkauften Saal gefeiert. Ein ungewöhnliches Publikum hatte sich bei dem Projekt Kultur@Gefängnis im zweiten Jahr mehr als verdoppelt: Zur Vorstellung des Dokumentarfilms FIGHTER in der Justizvollzugsanstalt Werl kamen rund 120 Inhaftierte zu Film und Diskussion mit den Protagonisten, drei erfolgreiche Mixed Martial Arts-Kämpfer – eine intensive Erfahrung für alle Beteiligten. Der samstägliche DIALOG zum Thema „Warum Filme machen?“ versammelte eine große Runde Filmschaffender und Vertreter*innen aus Filmförderung und Distribution, die Fragen wie „Gibt es überhaupt noch Zuschauer*innen, die unsere Filme brauchen?“ oder „Wie können wir unser Publikum von Anfang an mitdenken?“ intensiv diskutierten.


Die Preise im Überblick:

Publikumspreise

  • LÜDIA (10.000 Euro): SOMWEHWERE IN TONGA (Regie: Florian Schewe)
  • Rakete (3.000 Euro): DAS DOPPELTE LOTTCHEN (Regie: Lancelot von Naso)
  • Erste Hilfe (1.600 Euro): WATU WOTE – ALL OF US (Regie: Katja Benrath)
  • Erster Gang (2.600 Euro): FAMILIENZUWACHS (Regie: Teresa Hoerl)


Jurypreise

  • HWG Drehbuchpreis (2.500 Euro): DIE KÖRPER DER ASTRONAUTEN (R: Alisa Berger)
  • Filmmusik-Preis (2.500 Euro): LOMO – THE LANGUAGE OF MANY OTHERS (Musik: Torsten Reibold)
  • Berndt-Media-Preis für den besten Filmtitel (Marketingleistungen im Wert von 1.500 Euro): ZWEI IM FALSCHEN FILM (R: Laura Lackmann)
  • Perle – Preis für Frauen in der Filmbranche (1.800 Euro, Sparte Maskenbild): MAGICAL MYSTERY (Maske: Mirjam Himmelsberger, Jeanette Kellermann, Paulin Pospischil)
  • Schülerfilmpreis 10+ (2.500 Euro): TIMM THALER ODER DAS VERKAUFTE LACHEN
    (R: Andreas Dresen)
  • Schülerfilmpreis 16+ (2.500 Euro): SOMWEHWERE IN TONGA (R: Florian Schewe)
  • RuhrPott (1.500 Euro): DAS LEBEN DANACH (Regie: Nicole Wegmann)

LÜDIA
Das Publikumsvoting entschied in diesem Jahr der Spielfilm SOMEWHERE IN TONGA von Florian Schewe. Seine Geschichte über den passionierten Sozialpädagogen Wolski, der Deutschland verlässt um auf einer unbewohnten Insel im Königreich Tonga kriminellen Jugendlichen eine neue Chance zu geben, basiert auf einer realen Vorlage.

Die LÜDIA ist mit 10.000 Euro dotiert und wird gestiftet von Familie Höwing, der Remondis AG & Co.KG und den Stadtwerken Lünen.

Kinder- und Jugendfilmpreis RAKETE
Der Publikumspreis geht an DAS DOPPELTE LOTTCHEN von Lancelot von Naso. Er erzählt von der kindlichen Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit. In dem heiter-dramatischen Familienfilm entdecken die Zwillinge Lotte und Luise, dass ihre Eltern ihnen die Existenz der jeweils anderen vorenthalten haben. Ein heiteres Verwirrspiel ist die Folge.

Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert, gestiftet von Lüner Familien.

Erste Hilfe
Den Wettbewerb für kurze Kurzfilme gewinnt WATU WOTE – ALL OF US von Katja Benrath, die für ihre Geschichte eines Überlandbusses, der in Kenia von Al Shabaab-Milizen überfallen wird, bereits mit dem Studenten-Oscar ausgezeichnet wurde.

Der Preis ist mit 1.600 Euro dotiert, gestiftet von den Lüner Apotheken Brüning. Außerdem erhält der Film eine von submarines – subtitling & translation gesponserte Untertitelung.

Erster Gang
Den Preis für den besten mittellangen Kurzfilm erhält die Komödie FAMILIENZUWACHS von Teresa Hoerl. Es ist die Geschichte eines Paares, das eine geflüchtete Familie aufnimmt.

Der mit 2.600 Euro dotierte Preis wird von Lüner Firmen gestiftet.

Hans W. Geißendörfer Drehbuchpreis
Der Preis geht an DIE KÖRPER DER ASTRONAUTEN von Alisa Berger. Die KHM-Absolventin geht in ihrem Debüt der Frage nach: Was passiert mit unserem Körper in verschiedenen Lebenssituationen?
Die Jury war mit Hans W. Geißendörfer (Regisseur, Produzent), Almut Getto (Regisseurin), Traute Hoess (Schauspielerin) besetzt. In ihrer Jurybegründung heißt es:

„Das Buch – mutig und unkonventionell strukturiert – findet eine interessante Entsprechung für das Auseinanderbrechen einer Familie: Wenn das Mutterschiff im Weltall auseinanderbricht, werden die Astronauten hilfloses Treibgut. Jeder für sich allein ist seinem Schicksal ausgeliefert. Was bleibt, ist der Versuch, sich selbst zu spüren.

Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird von der Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion gestiftet und wird an einen Spielfilm aus dem LÜDIA-Wettbewerb vergeben.

Preis für die beste Filmmusik
Der Preis geht an den Komponisten Torsten Reibold für LOMO – THE LANGUAGE OF MANY OTHERS (Regie: Julia Langhof) – eine dynamische Coming-of-Age-Story über die wohlsituierten Kinder der Generation Online. Der Preis wird von Bernd Desinger (Leiter Filmmuseum Düsseldorf), Martina Eisenreich (Komponistin), Axel Ranisch (Regisseur) vergeben. In ihrer Jurybegründung heißt es:

„Die Musik … formt in ihrer facettenreichen Struktur einen Sog, der das Kinoerlebnis in einen stimmigen akustischen Rausch verwandelt. Auf den ersten Blick erscheint die Musik fast unprätentiös, tatsächlich verleiht sie dem Film aber durchgängig eine treibende Kraft. Sie folgt einer überlegten Dramaturgie, die maßgeblich zum Bestandteil der Gesamtkonzeption wird. Sie gibt den Rhythmus des Filmes vor, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. … die gesamte Tonebene (ist) ein dramaturgisch ausgefeiltes, stimmungsvoll einnehmendes Hörspiel, das Bilder und Handlung auf höchst organische Weise strukturiert, vorantreibt und zusammenführt.“

Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und gestiftet von microca Kohlenstäube.

Berndt-Media-Preis für den besten Filmtitel
Der Preis geht an ZWEI IM FALSCHEN FILM von Laura Lackmann. In der ungewöhnlichen Liebeskomödie kann die Antwort auf die Frage „Liebst du mich noch?“ auch mal lauten „Nein, natürlich nicht! Wir sind doch schon acht Jahre zusammen!“.
Die Jury (Hans W. Geißendörfer, Almut Getto, Traute Hoess) möchte mit der Vergabe des Preises die Aufmerksamkeit für den Film erhöhen:

„Er erinnert an die gängige Redewendung ‚Ich bin im falschen Film’. Aber genau das wird der Zuschauer nicht denken, wenn er diesen Film sieht.“

Der Preisträgerfilm erhält Marketingleistungen in den Medien des Berndt-Media-Verlags im Wert von 1.500 Euro.

Perle – Preis für Frauen in der Filmbranche
Der Preis für Frauen in der Filmbranche wurde in diesem Jahr für die beste Maskenbildnerin ausgelobt, nominiert waren ausgewählte Filme aus den Sektionen ‚Extras’. Er geht an Mirjam Himmelsberger, Jeanette Kellermann, Paulin Pospischil für die Literaturverfilmung MAGICAL MYSTERY von Arne Feldhusen nach einem Roman von Sven Regener.

Der Preis wird von Elke T. Hahn (Maskenbildnerin), Martin Kaufmann (Leiter Bolzano Filmfestival Bozen) und Waldemar Kobus (Schauspieler) vergeben. Letzterer war für die erkrankte Lina Wendel eingesprungen. Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt:

„In MAGICAL MYSTERY lebt und schwitzt die Maske, sie macht Nächte glaubhaft und exzessiv durch, sie sitzt mit viel Feingespür für die Szene, in der der Film spielt, passgenau und typidentisch auf jeden einzelnen Schauspieler, ohne ihn maskiert oder verstellt wirken zu lassen.
Und außerdem haben wir selten jemanden derart glaubwürdig kotzen sehen, dass man sich fragt: Ist das noch Maske oder war das eher Ernährungsberatung?“

Der Preis ist mit 1.800 Euro dotiert und wird von Lüner Unternehmerinnen gestiftet.

Schülerfilmpreis 10+
Maleen Bensing, Fynn Malte Bergmann, Nina Bungart, Kilian Flottau, Vian Malayahya, Paula Rumpf, die Mitglieder der Schülerjury 10+, zeichnen den Film TIMM THALER ODER DAS VERKAUFTE LACHEN von Andreas Dresen aus, weil er:

actionreich&spannend ist…einen passenden Titel hat…und die Schauspieler gut gespielt haben.“

Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert, gestiftet Michael Makiolla, Landrat des Kreises Unna.

Schülerfilmpreis 16+
Emily Bayer, Anita Elmazi, Lucina Güers, Jenny Preilowski, Luca Wilhelm, Majed Yassin, die Mitglieder der Schülerjury 16+, zeichnen ebenfalls SOMEWHERE IN TONGA von Florian Schewe aus. Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt:

Durch das intensive Zusammenspiel der Protagonisten und der tollen Dramaturgie wurde man als Zuschauer*in nah an das Geschehen herangeführt. Der Film hat gezeigt, dass Familie sehr wichtig ist und man einen Menschen braucht, der an einen glaubt. Im Leben verdient man manchmal nicht nur eine zweite sondern auch eine dritte Chance.“

Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert, gestiftet Michael Makiolla, Landrat des Kreises Unna.

RuhrPott_Leser*innen-Preis
Zum siebten Mal wird der Preis der Ruhr Nachrichten, der mit 1.500 Euro dotierte RuhrPott, von einer Leser*innen-Jury vergeben. Aus fünf nominierten Filmen der „Extras“ zeichnen Markus Heide, Ullrich Cichy, Stefanie Denz, Heike Okroy das Drama DAS LEBEN DANACH von Nicole Weegmann über die Katastrophe der Loveparade aus, mit der Begründung:

„Wir finden, dass der Film durchgängig, sowohl in der Hauptrolle, als auch in den Nebenrollen starke schauspielerische Leistungen beinhaltet. Eine wirklich gute Story, phantastisch umgesetzt in einem sehr guten Drehbuch, das unter die Haut geht. Zudem ist der Ruhrgebietsbezug über Duisburg in klarer Weise gegeben.“

Kinofest-Leiter Michael Wiedemann und sein neuer Ko-Leiter Sven Ilgner sind mehr als zufrieden mit der 28. Ausgabe des Festivals, bedanken sich beim Publikum, allen Förderern, Sponsoren und Unterstützern sowie dem Team und freuen sich auf das nächste Festival im November 2018.